Monat: November 2018

Der Senat will mit dem Abriss des City-Hofs Tatsachen schaffen

Hamburg, 27. November 2018

Pressemitteilung vom City-Hof e.V.
Der Senat will mit dem Abriss des City-Hofs Tatsachen schaffen

Über die Frage, ob der Abriss des denkmalgeschützten City-Hofs negative Auswirkungen auf den außergewöhnlichen universellen Wert von Hamburgs Welterbe hätte, lässt sich streiten. Über die Frage, ob die geplante Neubebauung am Klosterwall der Welterbestätte schaden würde, dagegen nicht. Diese würde den Blick auf das Kontorhausviertel aus Richtung Osten nahezu vollständig verstellen und damit die visuelle Erlebbarkeit des Welterbes massiv stören.

Leider will der Senat das nicht sehen und ignoriert diesbezüglich seit Jahren sämtliche Kritik sowie Empfehlungen. Selbst von Experten wie Mechtild Rössler, die Direktorin des Welterbezentrums der UNESCO, die im vergangenen Jahr gegenüber dem Abendblatt sagte: „Die Pufferzone hat die Funktion, das Welterbe zu schützen. Für den Neubau muss deshalb gelten, dass er bestehende Sichtachsen nicht blockiert. Eine Lösung könnte zum Beispiel sein, dass sich das neue Gebäude in Form und Gestalt an den City-Hochhäusern orientiert.“ [1]  Oder von Bernhard Furrer, der als „Fachexperte Welterbe“ beim Architekturwettbewerb hinzugezogen wurde und sich jüngst wie folgt in der ZEIT Hamburg zu dieser Sache geäußert hat: „Ich habe von Anfang an die Meinung vertreten, dass die Stadt Hamburg für den Neubau eine zu große Baumasse zulässt. Diese Befürchtung hat sich im Verlauf des Wettbewerbsverfahrens bestätigt. Es ist verständlich, dass ein Investor möglichst viel bauen will. Aber ich meine, der geringfügig veränderte Siegerentwurf ist immer noch zu groß, zu hoch und zu massig. Der heute mögliche Durchblick von Osten auf das Welterbe wird stark verstellt.“ [2]
 
Genauso so offensichtlich, wie die Tatsache, dass die geplante Neubebauung negative Auswirkungen auf die Integrität der Welterbestätte haben würde, war und ist die Strategie des Senats: er wollte sich erst mal grünes Licht für den Abriss des City-Hofs einholen, um dann schnell von Aug. Prien Tatsachen schaffen zu lassen. Obwohl er genau weiß, dass der geplante Neubau kein grünes Licht von der UNESCO bekommen wird.

Dazu Marco Alexander Hosemann (33), Vorsitzender vom City-Hof e.V.: „Um den unwiederbringlichen Verlust eines Kulturdenkmals, einen langwierigen Streit mit der UNESCO und eine jahrelange Baubrache (wie beim südlichen Überseequartier in der HafenCity und dem Allianz-Areal in der Innenstadt) zu vermeiden, wäre der Senat gut beraten, endlich Abstand von seinen Plänen zu nehmen.“

Nachtrag: ICOMOS International hat der Mitteilung des Hamburger Senats heute postwendend mit einer Pressemitteilung widersprochen. 

[1] vgl. hierzu Artikel „City-Hochhäuser: Unesco will Bauprojekt prüfen“ im Hamburger Abendblatt v. 23.02.2017
[2] vgl. hierzu Artikel „Zurück in die Backsteinzeit“ in der ZEIT Hamburg Nr. 36/2018 v. 30.08.2018

Weitere Informationen:
www.city-hof.org
info@city-hof.org
 
Kontakt für Rückfragen:
Marco Alexander Hosemann
E-Mail: info@city-hof.org
Telefon: 0172 / 58 50 66 6