Feldbunker: Aufstockung durchgewunken

Feldbunker: Aufstockung durchgewunken

Am 12. Juli hat die Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU die Beschlussvorlage vom Senat zur Verlängerung des Erbpachtvertrags mit dem Investor Thomas J. C. Matzen angenommen und somit die Aufstockung des Flakbunkers an der Feldstraße um fünf Geschosse abgesegnet. Die Einrichtung einer öffentlich zugänglichen Grünanlage auf dem sowie die stadtteilbezogenen und kulturellen Nutzungen in dem Aufbau, nicht zu vergessen die einmalige Beteiligung des Erbauberechtigten mit 50.000 Euro an dem geplanten Gedenkort in dem von Zwangsarbeitern errichteten Kriegsbauwerk, dienten den Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft bis zuletzt als Feigenblatt für dieses umstrittene Bauvorhaben.

Doch wer wird wirklich von dem Projekt profitieren? Der Investor, dem die Freie und Hansestadt Hamburg bei der Verlängerung des Erbpachtvertrags um 99 Jahre für eine lukrative Aufstockung u.a. mit einem Hotel und einer Halle, in der Veranstaltungen und Breitensport Platz finden soll, das Einmalentgelt und den laufenden Erbbauzins erlässt? Oder die Bürger*innen, die für den Verlust der mahnenden Wirkung des Bunkers, die Verschattung des Bunkerumfelds und die zusätzliche Belastung ihres Quartiers durch einen weiteren Magneten von Besucher*innen in ihrem Quartier einen Stadtgarten auf dem Dach bekommen. Oder der FC St. Pauli der die Halle auf dem Bunker nutzen darf, in der nur 38 Großveranstaltungen im Jahr erlaubt sind, wozu die Events mit weniger als 1.300 Personen nicht zählen und die wohl mit der vereinbarten Sportnutzung in Konkurenz treten werden? Wie wird der Bunker in der Realität aussehen? Wie auf der Visualisierung vom Investor oder der von der Feldbunker-Initiative?

Fragen über Fragen, für die im Rahmen einer Beteiligung der Bürger*innen in alter Tradition des Stadtteils St. Pauli, wie sie mit dem Park Fiction und der PlanBude zur Neubebauung des Areals der Esso-Häuser begründet wurde, „von unten“ Antworten gesucht hätten werden können die zu einer einvernehmlichen Lösung hätten führen können. Hätte, hätte – Bunkerhecke. Schon bald werden wir sehen, welche Versprechen gehalten werden (können) und was uns die Politik da „von oben“ auf den Bunker „aufgebrockt“ hat.

(Bild und Text: City-Hof e.V.)

Posted on: 19/07/2017Marco Alexander Hosemann

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