Denkmal oder kein Denkmal?

Denkmal oder kein Denkmal?

Wenn die Hamburger Sozialdemokraten für ihren schlechten Umgang mit dem denkmalgeschützten City-Hof kritisiert werden, berufen sie sich gerne auf den Kunsthistoriker und ehemaligen Mitarbeiter des Denkmalschatzamtes Hermann Hipp, der die Unterschutzstellung der vier Hochhäuser mit Ladenpassage gegenüber dem Hauptbahnhof im Sinne des Denkmalschutzgesetzes für ein Fehlurteil hält.

Dass Hipp aber auch zu den fünf der sechs von den Fraktionen der Bürgerschaft benannten Experten gehörte, die sich bei der Sachverständigenanhörung im März letzten Jahres gegen den Abriss des City-Hofes aussprachen, und er sich zudem gegen die Privatisierung der städtischen Liegenschaft aussprach, ignorieren die Sozis, allen voran Dirk Kienscherf (SPD), der den Verkauf in der Bürgerschaft durchboxen soll(te) und sich dabei sehr unglaubwürdig macht. So sagte er 2015 gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass „es ein großer Fehler des damaligen CDU-Senats war, die innerstädtischen Immobilien zu verkaufen, um einmalig ein Finanzloch zu decken.“

Wie auch immer. 

Ein Denkmal ist ein Denkmal ist ein Denkmal!“ meint Frank Pieter Hesse, der ehemalige Leiter des Denkmalschatzamtes, das den City-Hof 2012 als Denkmal eingestuft hat. Und auch das 2015 vom Denkmalrat geäußerte Meinungsbild, dass der City-Hof ein erhaltenswertes Denkmal ist (fünf Stimmen dafür, zwei dagegen, eine Enthaltung), zeigt, dass die Mehrheit der Fachwelt anderer Meinung ist – als der vor dem SPD-Karren gespannte Hipp!
Posted on: 12/10/2017Marco Alexander Hosemann

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