Geschichte

Dezember 1953
Bericht über Neubaupläne für Grundstücke zwischen Mönckebergstraße und Deichtor 
Das Hamburger Abendblatt (HA) berichtet über ein geplantes Hochhausviertel am Steintor- und Klosterwall mit einem Hotel am Deichtor sowie einem Warenhaus an der Mönckebergstraße und dazwischen Wohnblocks, ein Kontorhaus, eine viergeschossige Großgarage, ein Hubschrauberlandeplatz mit Hangar und ein Kindergarten (s. hierzu Artikel „Wolkenkratzer am Deichtor“ im HA v. 15.12.1953).

Oktober 1954
Bericht über Neubauvorhaben auf Grundstück zwischen Steinstraße und Deichtor 
Das Hamburger Abendblatt (HA) stellt den Entwurf vom Architekten Rudolf Klophaus (1885–1957) für ein Hochhausprojekt mit Hamburgs größter Tiefgarage, Kino, Ladenstraße sowie Büroräumen vor. Die vier Hochhäuser sollen mit hellen Klinkern (ähnlich wie die Grindelhochhäuser) verblendet werden (s. hierzu Artikel „Vier Hochhäuser beim Hauptbahnhof“ im HA v. 30/31.10.1954). 

1954–1958
Bauphase
Der Entwurf aus der Feder des Architekten Rudolf Klophaus (1885–1957) wird in enger Abstimmung mit dem Oberbaudirektor Werner Hebebrand (1899–1966) überarbeitet und im Auftrag einer Gruppe Hamburger Kaufleute auf dem von der Stadt in Erbbaurecht überlassenen Grundstück am Klosterwall errichtet. Das Kino wird nicht realisiert und statt den gelben Klinkern werden die Hochhäuser mit hellen LECA-Platten¹ verblendet.

November 1956
Bericht über Neubauprojekt zwischen Steinstraße und Deichtor 
Das Hamburger Abendblatt (HA) berichtet über die sich im Bau befindlichen Hochhäuser am Hauptbahnhof, deren „klaren Linien ein Stück Hamburger Nüchternheit verkörpern und der Innstadt einen neuen eindrucksvollen Blickpunkt geben“ (s. hierzu Artikel „Neuer Blickfang am Hauptbahnhof“ im HA v. 20.11.1956).

1972–1977
Sanierung
Die rotbraunen Schwingflügelfenster aus Holz werden durch weiße Drehkippflügelfenster aus Kunststoff ersetzt und die feingliedrigen hellen LECA- Fassaden verschwinden hinter Vorhangfassaden mit großformatigen grauen Faserzementplatten.

1995
Einstufung als Denkmal
Ilse Rüttgerodt-Riechmann, Leiterin der Inventarisation des Denkmalschutzamtes, sieht im City-Hof ein frühes, bedeutendes und überzeugendes Beispiel der Rückkehr der Moderne nach Hamburg.²

2006
Ablauf des Erbbaurechts
Der City-Hof geht in den Besitz der Stadt über.

Januar 2012 
Aufnahme als „Erkanntes Denkmal“ in Denkmalliste
Der City-Hof wird als „Erkanntes Denkmal“ in die Hamburger Denkmalliste aufgenommen (s. hierzu Gutachten zum Denkmalwert des City-Hofs von der Kulturbehörde v. 18.01.2012/10.10.2013). 

März 2012
Erste Ausschreibung zum Verkauf
Die Finanzbehörde schreibt den City-Hof erstmals zum Verkauf aus. Laut Ausschreibungsunterlagen sollen die Bestandsgebäude aus städtebaulichen Gründen nicht erhalten und eine Neubebauung mit ca. 43.000 qm BGF vorgesehen werden. Ingesamt werden 8 Gebote eingereicht. Darunter befindet sich ein alternatives Angebot von der DS-Bauconcept GmbH, das aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen die Bestandsentwicklung des City-Hofs vorsieht.  

Oktober 2012
Aufhebung der ersten Ausschreibung
Die erste Ausschreibung wird von der Finanzbehörde aufgehoben, weil die Überlegungen zum neuen Standort für das Bezirksamt Hamburg Mitte noch nicht abgeschlossen sind.

Mai 2013
Änderung des Status zum „Eingetragenen Denkmal“ 
Mit der Novellierung des Hamburger Denkmalschutzgesetzes wird der City-Hof nun als „Eingetragenes Denkmal“ in der Denkmalliste geführt (s. hierzu Gutachten zum Denkmalwert des City-Hofs von der Kulturbehörde v. 18.01.2012/10.10.2013).

September 2014
Gründung der Initiative City-Hof
Marco Alexander Hosemann bietet im Rahmen des Tag des offenen Denkmals Führungen durch den City-Hof und in Kooperation mit der Künstlerin Chantal Maquet und dem „Flexiblen Flimmern“ den Dreiklang „UTOPIEN VON GESTERN“ an. Insgesamt nehmen rund 400 Personen teil. Bei einer der Führungen sind die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort und gründen die Initiative für den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles.

Oktober 2014 
Zweite Ausschreibung zum Verkauf
Die Finanzbehörde schreibt den City-Hof erneut zum Verkauf aus. Laut Abschreibungsunterlagen ist es den Interessenten dieses Mal freigestellt, ein Gebot für eine Bestandssanierung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes (Szenario 1) oder für eine Neubebauung des Grundstückes (Szenario 2) einzureichen.

April 2015–Dezember 2015
Offene Briefe an Bürgermeister Olaf Scholz und Hamburger Senat
Zahlreiche Institutionen – u.a. ICOMOS Deutschland, Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, Hamburgische Architektenkammer, Patriotische Gesellschaft von 1765, Hamburger Denkmalrat, Akademie der Künste in Hamburg, Bund Deutscher Architekten Hamburg, Denkmalverein und Deutsche Stiftung Denkmalschutz – wenden sich in offenen Briefen an Bürgermeister Olaf Scholz und Hamburger Senat und fordern den Erhalt des City-Hofs und die Herstellung von Transparenz im Verfahren (s. hierzu Offener Brief von ICOMOS Deutschland und Bund Heimat und Umwelt in Deutschland v. 16.04.2015, Offener Brief von Hamburgische Architektenkammer, Patriotische Gesellschaft von 1765, Hamburger Denkmalrat, Akademie der Künste in Hamburg, Bund Deutscher Architekten Hamburg und Denkmalverein v. 01.10.2015Offener Brief von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz v. 27.10.2015 und Zweiter Offener Brief von ICOMOS Deutschland und Bund Heimat und Umwelt in Deutschland v. 25.11.2015).

Mai 2015
Erste Phase des Bieterverfahrens beendet
Die Finanzbehörde teilt mit, dass die erste Phase des Investorenwettbewerbs mit insgesamt 14 gültigen Geboten (6 für Sanierung des City-Hofs und 8 für Neubebauung des Areals) abgeschlossen ist und die anhand einer Bewertungsmatrix 3 bestplatzierten „Preferred Binders“ (bevorzugte Bieter; 1 für Sanierung und 2 für Neubau) zu inhaltlichen Aufklärungsgesprächen und Verhandlungen eingeladen werden.

September 2015
Letzter Erhaltbieter scheidet aus
Die Finanzbehörde gibt bekannt, dass der letzte Bieter für eine Bestandssanierung aufgrund eines Formfehlers vom Verfahren ausgeschlossen wurde. 

Die Initiative City-Hof lädt zum „ABEND DES ABGETRAGENEN DENKMALS“ ein, an dem sie die von gmp Architekten für den ausgeschiedenen Bieter gezeichneten Pläne präsentiert und mit Brecheisen, Vorschlaghammer und Mobilbagger den Abriss des City-Hofs simuliert (s. hierzu Sanierungskonzept von gmp Architekten und Impressionen zum Abend des abgetragenen Denkmals).   

November 2015
Abschluss des Bieterverfahrens
Die Finanzbehörde teilt mit, dass sich das Gebot vom Projektentwickler AUG. PRIEN, das eine Neubebauung des Areals vorsieht, hinsichtlich städtebaulicher, gestalterischer und nutzungskonzeptioneller Qualität als das beste herausgestellt hat und den Zuschlag erhält.

Aufgrund der wachsenden Kritik an dem Verfahren und der besonderen gesamtstädtischen Bedeutung, entscheidet sich der Hamburger Senat dazu, nicht wie sonst üblich die nicht öffentlich tagende Kommission für Bodenordnung über die Anhandgabe entscheiden zu lassen, sondern das Parlament.

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März 2016
Hamburgische Bürgerschaft stimmt Anhandgabe zu
Die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft stimmt nach einer hitzigen Debatte für die Umsetzung der Veräußerung der städtischen Liegenschaft an den Projektentwickler AUG. PRIEN – nicht für den Abriss des City-Hofs (s. hierzu Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft v. 19.01.2016 auf S. 9). 

In einem optionalen Kaufvertrag mit der Stadt verpflichtet sich der Investor zur Durchführung eines zweiphasigen städtebaulich-hochbaulichen Wettbewerbs. Auf der Grundlage des Siegerentwurfs ist ein Neubaukonzept zu entwickeln mit dem AUG. PRIEN die erforderliche Genehmigung für den Abriss des denkmalgeschützten City-Hof bei der Kulturbehörde (Denkmalschutzamt) beantragen kann. Sollte diese versagt werden, steht dem Investor das Recht zum Rücktritt vom Kaufvertrag zu.

September 2016
Auslobung des Architektenwettbewerbs
AUG. PRIEN lässt den zweiphasigen städtebaulich-hochbaulichen Wettbewerb mit öffentlicher Endpräsentation am 26. April 2017 ausloben.

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Februar 2017
UNESCO äußert sich zu Neubauplänen
Mechtild Rössler, Direktorin der Abteilung für das Kulturerbe und des Welterbe-Zen­trums am Unesco-Hauptsitz in Paris, wirft während eines Hamburg-Aufenthalts einen Blick auf die Speicherstadt, das Kontorhausviertel und den City-Hof und sagt: „Für den Neubau muss deshalb gelten, dass er bestehende Sichtachsen nicht blockiert. Eine Lösung könnte zum Beispiel sein, dass sich das neue Gebäude in Form und Gestalt an den City-Hochhäusern orientiert.“ (vgl. hierzu Artikel „City-Hochhäuser: Unesco will Bauprojekt prüfen“ im HA v. 23.02.2017

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16. Mai 2017
Investor lässt öffentliche Präsentation und Diskussion absagen

16. Mai 2017
Investor rudert zurück
AUG. PRIEN lässt bekannt geben, dass es neben der Ausstellung nun doch eine öffentliche Endpräsentation der Neubauentwürfe für das Areal des City-Hofs am 01. Juni 2017 geben soll.

Juni 2017
Abschluss des Architektenwettbewerbs
Die Jury wählt den Gewinnerentwurf des städtebaulich-hochbaulichen Wettbewerbs aus.

Zukunft
Abgerissengesagte stehen länger
Der Investor muss auf Grundlage des überarbeiteten Siegerentwurfs einen Bauantrag einreichen. Zu dem Bauantrag muss das Denkmalschutzamt und die UNESCO Stellung nehmen.

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¹ LECA ist das Akronym für Light Expanded Clay Aggregate. Die Platten bestehen aus einer 7-cm- Dämmschicht aus Einkornbeton mit Blähton-Zuschlag und einem 3 cm dicken, durch weißen Zement eingefärbten Vorsatz aus dichtem Beton. Die Platten wurden vor dem Betonieren der Außenwände in der Schalung aufgestellt, die Fugen durch Dämmplattenstreifen gedichtet und die in den Platten einbetonierten Drahtanker mit der Bewehrung verknüpft. So waren die Fassaden mit Beendigung der Rohbauarbeiten fertiggestellt. Das gleiche Material wurde bei dem Wohnhaus in der Klopstockstraße 30-32 (Alvar Aalto, 1957) verwandt, das im Rahmen der Interbau 1957 im Hansaviertel in Berlin entstand.

² Ilse Rüttgerodt-Riechmann, Die Hamburger Innenstadt nach 1945. Reparatur – Wiederaufbau –Neubau. In: Altstadt City Denkmalort. Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger der Bundesrepublik Deutschland 1995. Hamburg 26.-30. Juni 1995. Vortragsband. Hamburg 1997, S. 53.