Autor: Marco Alexander Hosemann

Der Senat will mit dem Abriss des City-Hofs Tatsachen schaffen

Hamburg, 27. November 2018

Pressemitteilung vom City-Hof e.V.
Der Senat will mit dem Abriss des City-Hofs Tatsachen schaffen

Über die Frage, ob der Abriss des denkmalgeschützten City-Hofs negative Auswirkungen auf den außergewöhnlichen universellen Wert von Hamburgs Welterbe hätte, lässt sich streiten. Über die Frage, ob die geplante Neubebauung am Klosterwall der Welterbestätte schaden würde, dagegen nicht. Diese würde den Blick auf das Kontorhausviertel aus Richtung Osten nahezu vollständig verstellen und damit die visuelle Erlebbarkeit des Welterbes massiv stören.

Leider will der Senat das nicht sehen und ignoriert diesbezüglich seit Jahren sämtliche Kritik sowie Empfehlungen. Selbst von Experten wie Mechtild Rössler, die Direktorin des Welterbezentrums der UNESCO, die im vergangenen Jahr gegenüber dem Abendblatt sagte: „Die Pufferzone hat die Funktion, das Welterbe zu schützen. Für den Neubau muss deshalb gelten, dass er bestehende Sichtachsen nicht blockiert. Eine Lösung könnte zum Beispiel sein, dass sich das neue Gebäude in Form und Gestalt an den City-Hochhäusern orientiert.“ [1]  Oder von Bernhard Furrer, der als „Fachexperte Welterbe“ beim Architekturwettbewerb hinzugezogen wurde und sich jüngst wie folgt in der ZEIT Hamburg zu dieser Sache geäußert hat: „Ich habe von Anfang an die Meinung vertreten, dass die Stadt Hamburg für den Neubau eine zu große Baumasse zulässt. Diese Befürchtung hat sich im Verlauf des Wettbewerbsverfahrens bestätigt. Es ist verständlich, dass ein Investor möglichst viel bauen will. Aber ich meine, der geringfügig veränderte Siegerentwurf ist immer noch zu groß, zu hoch und zu massig. Der heute mögliche Durchblick von Osten auf das Welterbe wird stark verstellt.“ [2]
 
Genauso so offensichtlich, wie die Tatsache, dass die geplante Neubebauung negative Auswirkungen auf die Integrität der Welterbestätte haben würde, war und ist die Strategie des Senats: er wollte sich erst mal grünes Licht für den Abriss des City-Hofs einholen, um dann schnell von Aug. Prien Tatsachen schaffen zu lassen. Obwohl er genau weiß, dass der geplante Neubau kein grünes Licht von der UNESCO bekommen wird.

Dazu Marco Alexander Hosemann (33), Vorsitzender vom City-Hof e.V.: „Um den unwiederbringlichen Verlust eines Kulturdenkmals, einen langwierigen Streit mit der UNESCO und eine jahrelange Baubrache (wie beim südlichen Überseequartier in der HafenCity und dem Allianz-Areal in der Innenstadt) zu vermeiden, wäre der Senat gut beraten, endlich Abstand von seinen Plänen zu nehmen.“

Nachtrag: ICOMOS International hat der Mitteilung des Hamburger Senats heute postwendend mit einer Pressemitteilung widersprochen. 

[1] vgl. hierzu Artikel „City-Hochhäuser: Unesco will Bauprojekt prüfen“ im Hamburger Abendblatt v. 23.02.2017
[2] vgl. hierzu Artikel „Zurück in die Backsteinzeit“ in der ZEIT Hamburg Nr. 36/2018 v. 30.08.2018

Weitere Informationen:
www.city-hof.org
info@city-hof.org
 
Kontakt für Rückfragen:
Marco Alexander Hosemann
E-Mail: info@city-hof.org
Telefon: 0172 / 58 50 66 6

Offener Brief an Bürgermeister Tschentscher

Am 04. Oktober 2018 haben wir uns mit einem offenen Brief an Hamburgs Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher gewandt. Mit diesem fordern wir ihn auf, das Verfahren zur Neugestaltung des Klosterwalls in der Pufferzone zur Welterbestätte Kontorhausviertel einzustellen und den City-Hof zu erhalten.

Unter dem folgenden Link steht der offene Brief als PDF zum Durchlesen, Ansehen, Herunterladen, Ausdrucken und Weiterverbreiten zur Verfügung:

2018.10.04, City-Hof e.V. – Offener Brief an Bürgermeister Tschentscher

Aktion „Wandelnde Backsteinmauer“

30. August 2018 haben wir mit einer wandelnden Backsteinmauer die Begehung im Rahmen der ICOMOS Beratungsmission kritisch begleitet. Hintergrund der Beratungsmission ist die Prüfung der Frage, inwieweit der geplante Abriss des City-Hofs und die Neubebauung des Areals den universellen Wert der Welterbestätte Kontorhausviertel beeinträchtigt.

Die wandelnde Backsteinmauer steht hierbei symbolisch für den geplanten Neubau, der aufgrund seiner massiven Ausmaße die Sichtbeziehungen aus Richtung Osten auf das dahinterliegende Kontorhausviertel nahezu vollständig verstellen würde. In der Konsequenz würde dies bedeuten, dass die visuelle Erlebbarkeit des Welterbes für tausende Menschen verloren gehen würde, die hier täglich am Klosterwall und Deichtorplatz entlanggehen und via Auto oder Zug in Hamburg ankommen. Darüber hinaus steht die wandelnde Backsteinmauer für das intransparente Verfahren des Hamburger Senats sowie dessen Uneinsichtigkeit in Sachen City-Hof.

Offener Brief an ICOMOS und UNESCO

Am 16. Mai haben wir uns mit einem offenen Brief an die Vertreter*innen von ICOMOS und UNESCO gewandt. Mit diesem zeigen wir zum einen die Auswirkungen auf das Welterbe bei einem Abriss des City-Hofs und der geplanten Naubebauung des Areals auf und appellieren zum anderen an die Verantwortlichen, das Gutachten von Bernd Paulowitz noch einmal sorgfältig zu prüfen, da wir den Eindruck haben, dass er in dieser Sache befangen ist und nicht im Sinne der Welterbestätte, sondern der Akteure agiert, die den City-Hof aus wirtschaftlichen und ideologischen Gründen abreißen lassen wollen.

Unter den folgenden Links steht der offene Brief auf Deutsch und Englisch als PDF zum Durchlesen, Ansehen, Herunterladen, Ausdrucken und Weiterverbreiten zur Verfügung:

2018.05.16, City-Hof e.V. – Offener Brief an ICOMOS und UNESCO

2018.05.16, City-Hof e.V. – Open letter to ICOMOS and UNESCO

Sanierungsentwurf für den City-Hof

Im Vergleich mit den schöngefärbten Visualisierungen des Neubauentwurfs von KPW Papay Warncke und Partner Architekten für das „Quartier am Klosterwall“ sieht der ergraute City-Hof aktuell etwas alt aus.

Für die Chancengleichheit und als Beweis, dass ein Erhalt des denkmalgeschützten Bauwerks technisch sowie wirtschaftlich möglich ist, teilen wir hier mal ein paar Bilder des Sanierungsentwurfs von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, der eigentlich als Gewinner aus dem Investorenwettbewerb hervorgegangen wäre, wenn die dahinter stehenden Bieter sich keinen Formfehler erlaubt hätten…

Neubauentwurf für das City-Hof-Areal

Die Freude von KPW Architekten über den 1. Preis beim städtebaulich-hochbaulichen Wettbewerb „Quartier am Klosterwall“ ist riesig.

+++ 1. Preis beim Wettbewerb am Klosterwall +++Wir freuen uns riesig über diese großartige Auszeichnung. Danke an…

Gepostet von KPW Papay Warncke und Partner Architekten am Sonntag, 4. Juni 2017

 

Das können wir gut verstehen. Schließlich arbeitet das Architekturbüro seit der ersten Ausschreibung des City-Hofs im Jahre 2012, die von der Stadt aufgehoben wurde, für den Projektentwickler AUG. Prien an diesem Projekt.

Wir freuen uns auch – vor allem weil es nun endlich eine Grundlage für eine „fruchtbare Diskussion in der Stadt“ gibt, wie es Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) auf der Pressekonferenz am Freitag, den 02. Juni sagte.

Um Sanierungs- und Neubaupläne gegenüberstellen zu können, brauchen wir natürlich mehr Material, als die drei Visualisierungen, die KPW heute auf seiner Facebookseite veröffentlicht hat. Zudem sollte bei der Diskussion nicht allein über die ästhetische Qualität gesprochen werden, sondern auch um andere Vor- und Nachteile beider Varianten.

City-Hof – Wiederbesucht

Ein Rundgang durch Raum und Zeit – mit historischen und aktuellen Fotografien des City-Hofs, die vor Augen führen, wie sich die vier Hochhäuser gegenüber dem Hamburger Hauptbahnhof und die städtischen Räume um sie herum verändert haben.

1. City-Hof – Wiederbesucht | Blick von den Langen Mühren
Before: ca. 1958 (Foto: City-Hof e.V.//Herbert Wedemeyer)
After: 2015 (Foto: City-Hof e.V.//Till Hoffmann)

2. City-Hof – Wiederbesucht | Blick vom Johanniswall
Before: ca. 1958 (Foto: City-Hof e.V.//Carl-Günther Jastram)
After: 2015 (Foto: City-Hof e.V.//Till Hoffmann)

3. City-Hof – Wiederbesucht | Blick vom Deichtorplatz
Before: ca. 1958 (Foto: City-Hof e.V.//Carl-Günther Jastram)
After: 2015 (Foto: City-Hof e.V.//Till Hoffmann)

4. City-Hof – Wiederbesucht | Blick vom Museum für Kunst und Gewerbe
Before: ca. 1958 (Foto: City-Hof e.V.//Unbekannt)
After: 2015 (Foto: City-Hof e.V.//Till Hoffmann)